Dass ich nach fast 20 Jahren wieder
auf ein Seminar von Peter Ratzenbeck fahren würde, hätte ich mir
nicht gedacht. Aber Christine, die damals die Seminare organisiert
hat, hat mich im Herbst gefragt, ob ich Lust hätte, wieder dabei zu
sein, wenn sie wieder sowas organisiert; und Peter hätte ja gesagt.
Da hab ich mir ziemlich spontan gedacht: Da mach ich mit, das schau
ich mir wieder mal an.
In Höchst am Wiesenhof fand es statt, wir waren in der Halle, wo
normalerweise die Äpfel sortiert werden, machte aber gar nichts.
Ganz im Gegenteil, es entsprach dem Stil des Seminars völlig.
Außenrum waren Arkaden, sodass sich kleine Grüppchen zum Üben
zurückziehen konnten oder wenn wir gemeinsam aßen genügend Platz
hatten.
Den ersten Nachmittag verbrachten wir mit Kennenlernen,
Rhythmusübungen und "Streets of London" in einer neuen Version, die
ich auch noch nicht kannte. Es war ein nettes, gemütliches Hornhaut
züchten, bei dem sich schnell zeigte, wer wie drauf ist.
Nach einer kurzen Pause, die ich nutzte um im Hotel einzuchecken
(sehr zu empfehlen, das
Hotel!) fand im
QV-Stadel ein Konzert mit Peter Ratzenbeck
statt. Da hat er ziemlich gut gespielt und es war sehr persönlich,
auch wenn sehr viel mehr als nur die Kursteilnehmenden da
waren.
Schon waren wir am zweiten Tag angekommen. Angenehm, wenn das
Seminar um 10:00 beginnt. Gerade richtig, nach einem langen Abend.
Heute waren wir in Gruppen aufgeteilt und lernten:
- Einen Blues im Stil von Clapton
- Bad moon rising
- Lord of the dance
Das hat uns ziemlich beschäftigt, die Hornhäute wurden immer
dicker.
Zu Mittag meinte die Bäurin, sie habe eine Kleinigkeit gekocht:
Gemischter Salat, Nudeln mit Bärlauch- und Tomatenpesto,
Beerencreme und Kaffee als Nachspeise. Das führte uns fast direkt
ins Koma und wir mussten schauen, wie die Gitarren vor den Bäuchen
platziert werden konnten. Aber das war noch nicht alles: Nach
Kaffee und Kuchen am Nachmittage, gab es am Abend: Grillage,
verschiedene Salate, Kartoffel, gegrillte Seefische, Brote,
Aufstriche und Nachtisch. Gemeinsames Singen vor dem Gewitter
beendete den netten Tag.
Am dritten Tag kam meine Tricone zum Einsatz, wir starteten schon
um 9:00 mit dem Moody root blues und Bottleneck. Das hat uns dann
etwa bis 13:00 beschäftigt und klingt schon ganz gut. Peter kann
noch sitzen wie vor 20 Jahren; mit verschlungenen und verschränkten
Beinen, das ist bei mir nicht mehr möglich.
Abgerundet wurde das Semianr mit einem gemeinsamen Mittagessen;
aufgrund der Hitze in der Werkhalle.
Es hat sich ausgezahlt, in all den Jahren dran zu bleiben und
weiter zu spielen. So mancher von damals war eher wieder bei den
Anfängern; kein Wunder nach 20 Jahren Pause. Die Motivation ist auf
jeden Fall sehr stark geboostet worden und auch in den Tagen danach
macht es mir unheimlichen Spaß, mit meinen Gitarren zu arbeiten;
besser: zu spielen. Ich hab mir mal das neue Tabulaturbuch von
Peter gekauft und arbeite schon eifrig damit.